Dienstag, 15. April 2014

220 Prozent erfolgreicher?




Heute wirft der WORTWERFER einiges weg. Unter „aufräumen“ steht im Synonym-Lexikon u.a. „Ordnung schaffen“, „wegräumen“, „ausmisten“, „beseitigen“, „Schluss machen“, „aus der Welt schaffen“, „ein Ende setzen“.
Nun – irgendwann wird mir, wahrscheinlich in gar nicht so langer Zeit, ein „Ende gesetzt“ sein, weshalb ich seit Monaten mit dem Rückbau meines 45-Quadratmeter-Arbeitszimmers und vor allem der noch immer vollgepackten Regale beschäftigt bin. Das ist keine beglückende Tätigkeit, weshalb ich mich zwingen muss, jede Woche mindestens drei Aktenordner zu vernichten. Die rund 350 Fach- und Sachbücher werden wohl meine Erben in einen Container werfen. Was sie mit den fünf laufenden Metern Manuskripte machen werden? Wahrscheinlich auch „weg damit!“ „Zum Verschwinden bringen“ steht im Synonym-Lexikon.
Jeder, der ans Aufräumen oder Ausmisten geht, kennt die Grundregel: Ja nicht noch mal hineinschauen! Augen zu und weg! Ich habe dagegen versündigt.
Ich besitze drei Ordner mit den besten Vortrags-Manuskripten aus mehr als 20 Management-Symposien von Persönlichkeiten mit berühmten Namen, von Unternehmern, Top-Managern, Bundeskanzlern, Ministerpräsidenten, Futurologen, Philosophen, Psychologen, Bestseller-Autoren aus dem In- und Ausland. Frauen und Männern. Es sind Erinnerungen an meine Zeit als Moderator dieser Kongresse – eine phantastische Zeit. Vielen Dank denen, die mir damals ihr Vertrauen geschenkt haben.
Was macht diese Texte so wertvoll? Sind sie nicht Vergangenheit? Retro? Dies eben genau nicht! Sie wiesen damals in die Zukunft und tun es heute zum großen Teil noch. Der WORTWERFER wird in seinen nächsten Blogs einige daraus wieder erwecken.
HEUTE beginne ich mit ein paar Zitaten auch einem Vortrag von Dr. Rolf Berth, dem Gründer und Leiter der Akademie Schloss Garath, einer Denkfabrik für unternehmerisches Handeln. Sein Thema 1998: „Unternehmensführung in Zeiten dramatischen Wertewandelns – Wie Sie ihr Unternehmen visionär ins 3. Jahrtausend führen“.
Großspurig? Keineswegs! Schon vor mehr als 15 Jahren, vor den erschütternden Feststellungen des Gallup-Institutes über die innere Einstellung der Mitarbeiter zu ihrem Arbeitgeber, projizierte uns Berth Zahlen an die riesige Leinwand hinter mir, dass Unternehmen, in denen die Menschenführung von „wertschätzender Achtung sich ergänzender Fähigkeiten“ und „Sinnvermittlung“ bestimmt wird, um rund 220 Prozent erfolgreicher sind, als solche, in denen nach Prinzipien verfahren wird wie „Härte“, „Disziplin“, „Misstrauen“, „Humorlosigkeit“, „Abstand halten“ u.v.a..
Um zweihundertzwanzig Prozent erfolgreicher! Denen Unternehmen in der empirischen Ermittlung gegenüberstanden, die mit „Am Bewährten in Treue festhalten“ um 220 Prozent schlechter abschnitten. Die Frage stellte sich auch damals: Wie ermittelt man das? Am Rendite-Vergleich? Am Umsatz? Ich weiß es nicht mehr.
Eine Folie weiter erfolgte der „Hammer“. Die Institute, die die Zahler ermittelt hatten, fragten auch die Manager, für wie wichtig und bedeutend sie selbst die Erfolgsfaktoren einschätzten. Dabei stellte sich genau das reziproke Ergebnis heraus: „wertschätzende Achtung sich ergänzender Fähigkeiten“ und „Sinnvermittlung“ wurden als unwichtigste Führungsfaktoren empfunden, nämlich nur von zwei bezw. fünf Prozent der befragten Manager genannt.
Diese Erkenntnisse sind, wie bereits gesagt, über 15 Jahre alt. Sie sind selbst dann, wenn man Zahlen misstraut, so eklatant, dass man sie eigentlich nicht ignorieren dürfte. Aber nach den neuesten Gallup-Zahlen geschieht genau dies, und seit Jahren mit dem gleichen erschütternden Ergebnis: Im Durchschnitt aller beteiligten Unternehmen haben 16 Prozent der Mitarbeiter nicht nur innerlich gekündigt; sie sprechen auch draußen schlecht darüber und über die Produkte. Fast 70 Prozent machen mehr oder minder „Dienst nach Vorschrift“, tun das, was man von ihnen verlangt, aber nicht mehr. Und nur 14 Prozent sind hoch motiviert, engagiert, haben Freude an ihrer Arbeit und sind stolz auf ihr Unternehmen.
Dies sind nicht Stimmungs-Faktoren – es sind Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, die sich in Euro und Dollar niederschlagen. Insbesondere aber auch in Anzahl und Wert der gewinnbringenden Innovationen, die aus einem Unternehmen hervor gehen.
WARUM? fragt der WORTWERFER. WARUM immer wieder diese enttäuschenden Zahlen, die wir uns auch volkswirtschaftlich nicht leisten können? Sind die vielen Tausend Führungsseminare, die wöchentlich in Deutschland stattfinden für die Katz’? Gehen sie nicht tief genug? Oder fehlt es heute mehr denn je am persönlichen ethischen Grundgerüst?
Gehören solche Referate, solche Erkenntnisse in den Müll? fragt der Aufräumer.

Donnerstag, 27. März 2014

Das Persönliche Energienetz





Stellen Sie sich ein großes Gefäß vor, in das ständig aus diversen Energiequellen etwas hinein fließt. Paradoxerweise fließt umso mehr hinein, je mehr sie andere daran teilhaben lassen. „Liebe ist das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es verschwendet“, so formulierte es Ricarda Huch. Irgendwann läuft das Gefäß über. Sie leben im energetischen Über-Fluss. Anders ausgerückt: Sie sind toll drauf und könnten „Bäume ausreißen“. Das wünscht Ihnen der WORTWERFER.

Dasselbe Bild, jedoch funktioniert das Ricarda-Huch-Prinzip nicht. Sie schöpfen und schöpfen aus diesem Gefäß (und das sind Sie selbst!) mehr heraus als hinein fließt. Überdies hat das Gefäß Lecks, durch die Energie abfließt. Dann sind Sie bald erschöpft. Andere sprechen von Burn-Out. Ich mag diese Diagnose nicht. Sie suggeriert etwas Unumkehrbares: eine ausgebrannte Raketenstufe, die irgendwo als Weltraumschrott herum taumelt. Niemand ist ausgebrannt. Ein erschöpftes Gefäß lässt sich wieder füllen, Lecks lassen sich meistens sogar schließen.
Immer wieder kommen erschöpfte Menschen zum WORTWERFER und wollen eine Selbst-Management-Beratung. Die konfrontiere ich mit dem von mir entwickelten „Persönlichen Energienetz“ (unten zum kostenlosen Download unter strikter Beachtung der Urheberrechte)
Im Mittelpunkt stehen Sie selbst, umgeben von Ihren Energienetz-Knoten in einem inneren und einem äußeren Kreis. In die inneren Knoten kommen alle Personen oder Beziehungen, die eminent wichtig sind: Ihr Körper, Partner, Kinder, enge Freunde, Ihr Beruf, Ihre Finanzen und Finanzierungen, Ihre Aus- und Weiterbildung. Im Äußeren haben z.B. Ihre Hobbys Platz, Sport, Vereine, Tiere. Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Sie erkennen sofort: Alles ist mit allem vernetzt. Es gibt eine ganz spezielle und sehr wichtige Beziehung zwischen Ihrem Selbst und Ihrem EGO. Dort stellt sich die Frage, wie Sie mit sich selbst zurecht kommen, ob Sie zu sich selbst eine positive oder problematische Beziehung pflegen.

Die Pfeile mit den schwarzen Spitzen kennzeichnen Ihr „Investment“: Was tun Sie für diesen Netzknoten? Die weißen Pfeile fragen danach, was Sie zurück bekommen: positive Energieströme oder negative. Positive Energieströme kennzeichnen Sie mit grünem Stift, negative mit rot. Durch die Dicke der Striche können Sie sogar kennzeichnen, wie stark diese Ströme sind, positive wie negative. Sollte Ihr Energienetz überwiegend von starken positiven Strömen gekennzeichnet sein, geht es Ihnen wie oben beschrieben. Stehen diesen allerdings sehr starke negative (rote) Rückflüsse gegenüber, kann das Netz sogar kollabieren.
Ein Beispiel: starke finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, können auf die Gesundheit schlagen, die Partnerschaft belasten, Freunde kehren sich ab, die Lasten erdrücken Sie. Sie empfinden sich als Versager. Keine Lust mehr auf Hobbys. Was tun? Das Netz sagt es Ihnen: stärker in die positiven Energiequellen investieren, sie pflegen, ev. neue erschließen. Man muss planen, wie man die Energielecks reduzieren will und dies konsequent umsetzen.
Es gibt vier Alternativen: „Love it!“ (was auch heißen kann: finde dich damit ab), „Leave it“ (löse dich davon, verzichte, klammere nicht), „Change it!“ (zumeist: verändere dich selbst!) oder „Compensate it“(suche nach starken Energiequellen, die den nachhaltigen Energieverlust wett machen.
Ausführlich steht dies alles in meinem Buch „Selbst-Management+Liebe / Mehr Lebensenergie“. Es gibt noch wenige antiquarische Exemplare bei Amazon. 
Leider funktioniert das mit der Abbildung nicht - sorry. Wer weiß Rat?

Sonntag, 2. März 2014

MANAGEMENT UND AUTOFAHREN …





„Management und Autofahren haben vieles gemeinsam: Für beides braucht man
● einige Kenntnisse
● ziemlich viele Fertigkeiten und Techniken
● und eine integre innere Einstellung und Moral.

Aber … Autofahren lernt man, bevor man sich allein an das Steuer eines Kraftfahrzeuges setzen darf, Management lernt man erst dann hierzulande, wenn man schon längere Zeit eine Abteilung, einen Bereich oder eine Organisation geleitet hat. Vorher lassen wir unsere Führungskräfte erst einmal eine Zeitlang probieren …
Man nennt das „Erfahrungen sammeln“: Sie ecken hier und dort an … jagen ihren Mitmenschen (hier: Mitarbeitern) manchen Schrecken ein, richten manchen, manchmal auch erheblichen Personal- und Sachschaden an,
aber mit der Zeit werden sie erfahrener und sicherer, haben sich ihre eigenen Regeln und Angewohnheiten zugelegt, auch solche, die andere Verkehrsteilnehmer (hier: Kollegen, Experten) nur so staunen lassen. Management müsste man lernen, bevor man Verantwortung für Menschen und Mittel übernimmt. Große Klasse kann man dann immer noch werden. Aber es gibt keine „Straßenverkehrsordnung“ des Managements, keine Stelle, die den Führerschein abnimmt.“ Schlimmer noch: Wer weiß denn, um was es im Management wirklich geht?
Ja – um was denn? Das ist hier die Frage! Wenn Sie einen Manager oder eine so genannte Führungskraft (♂♀) mal richtig in Verlegenheit bringen wollen, dann bitten Sie ihn/sie doch, Ihnen mal genau zu erklären, was Management eigentlich ist. Sie werden in 95 Prozent aller Fälle eine falsche, bestenfalls unvollständige Antwort erhalten. Wie bitte? Ja, in echt!
Der sehr aufmerksame Leser, wird Gänsefüßchen bemerkt haben. Also handelt es sich um ein Zitat, das der WORTWERFER in einer Broschüre der Deutschen Management-Gesellschaft e.V. – DMG (ja, die gab es mal!) von 1974 gefunden hat. Und es hat sich in den 38 Jahren seither nicht viel geändert.
Dabei wollte diese damals sehr aktive Gesellschaft zügig etwas ändern. Sie erarbeitete ein vierstufiges Bildungskonzept, das in den Abschlussklassen der Schulen ansetzte. Und eine fundierte schriftliche und bildhafte Darstellung methodischen Managements. Sie wurde sogar vom Management-Papst aller Zeiten, Peter Drucker, anlässlich einer Veranstaltung in Frankfurt/Main als prägnanteste Beschreibung gewürdigt.
Aber für die Bildungs-Bürokraten galt Management als Pfui! Passt so gar nicht zum Humboldtschen Bildungs-Ideal. Und für Manager? Ach – die kennen doch schon alles besser.
Nun warten Sie vermutlich auf die stimmige, einzig richtige Definition. Es gibt sie nicht.
● Management ist logisches Führen und Handeln.
● Management ist die Logik des Gelingens.
● „Managen heißt, Menschen so zu führen, dass Ziele durch planvolles, organisiertes und kontrolliertes Leisten ökonomisch erreicht werden.“ (So die DMG).
Dazu gehört der von Peter Drucker abgesegnete, inzwischen ergänzte Management-Kreis.

Methodisches Management ist ausdrücklich nicht auf die Wirtschaft oder gar Unternehmensführung beschränkt, sondern sollte überall dort systematisch angewandt werden, wo es gilt, Ziele zu erreichen. So lautet die provozierende Behauptung auch: Sie können weder auf einen Berg steigen noch ein Essen zubereiten … ohne zu wissen, auf welchen Berg oder welches Gericht. Erst wenn das Ziel feststeht, können Sie planen (Zeit, Mittel, Abläufe) und organisieren (Wer macht was bis wann womit). Dann erst sollten Sie loslegen („Durchführen“). Daraufhin müssen Sie Auswerten, um zu lernen („Was ist noch nicht perfekt gelaufen? Was werde ich beim nächsten Mal besser machen?“ = permanente Innovation/Kaizen). Gilt alles auch für Selbst-Management!
Mit methodischem Management konnte z.B. ein Kreiskrankenhaus um Monate früher fertig gestellt werden als ursprünglich vorgesehen, und zu 20 Prozent geringeren Kosten! Klingt wie ein Märchen, ist aber belegt und nur ein Beispiel unter vielen. Vielleicht sollte man 38 Jahre nach Druck der DMG-Broschüre und Vorlage des Management-Bildungskonzeptes mal an die Anwendung von Management gehen? schlägt der WORTWERFER vor. Die Einrede der Komplexität ist eine Ausrede.
PS: Wer Management anwenden will, kauft das Buch „Ohne Ziele keine Treffer“ von Werner Siegert, Kastner-Verlag Wolnzach, ISBN 13: 978-3-937082-58-5

Montag, 24. Februar 2014

Die Geschichte hinter den Geschichten?





Gegenwärtig kann man sich zwölf eBooks vom WORTWERFER downloaden. Weitere vier werden folgen, sobald dafür ebenso anregende wie aufregende Cover vorliegen. In einer größeren Runde fragte man mich letzte Woche, wie so was geht, wie man so viele Storys, Krimis, Romane und Sachbücher in so kurzer Zeit verfassen kann – und überhaupt!

Zunächst mal: Ein Teil dieser eBooks lag bereits seit vielen Jahren als gedrucktes Buch vor. Der größte Teil ruhte seit vielen Jahren zwischen zwei Aktendeckeln im Regal, weil ich gar keine Zeit hatte, mich um die Veröffentlichung zu kümmern. Und keine Lust, mich vor Verlegern in den Staub zu werfen, um flehentlich darum zu bitten, zu eigentlich unzumutbaren Konditionen eines der Werke als Buch zu veröffentlichen. Also die mehrfach lektorierte und korrigierte Word-Datei ohne weiteres Zutun auszudrucken, das Konvolut als Paperback binden zu lassen und das Erscheinen zu vermelden. Die Vermarktung liegt schon seit langem bei den Verfassern; es sei denn, ein geiler Titel verkauft sich von selbst. Die Logistik obliegt Fremdfirmen.

Ich sammle Menschen!
Wie sind meine Geschichten entstanden? Ich sammle Menschen! Menschliche Schicksale! In meinem Hauptberuf als Unternehmer-Berater, Trainer und Coach bin ich in mehr als 50 Jahren Tausenden Lebensschicksalen begegnet. Einige davon brannten sich in mein Gedächtnis ein – positiv, abschreckend, skurril, humorvoll. Manche heimlich – dann wuchsen die Erinnerungen wie Kristalle, wurden prägnanter, farbiger, phantastischer. Ein Beispiel:

In einem Fünf-Sterne-Grandhotel schickt sich eine arabische Großfamilie an, in einen der Lifte zu steigen. Anscheinend passen nicht alle der Tiefverschleierten hinein. Eine junge Frau im Tschador bleibt zurück, steigt mit mir in den Nachbarlift, fährt mit in den 7. Stock, steigt aus und rennt in das nächstbeste offen stehende Hotelzimmer, in dem gerade eine Maid den Abendservice verrichtet. Ausgebüxt, sagt man bei uns leichthin. Aber was geschieht, wenn eine junge Muslima abhaut? Das konnte man zehn Minuten später bereits im Foyer erleben: alles voller Polizei und aufgeregter Bodyguards. An der Rezeption erfuhr ich: Eine arabische Diplomatentochter sei entführt worden. Ich erlebte es anders. Jetzt ratterte mein Gehirn: Wie kommt die hier heil raus? Das können Sie lesen im eBook „Sefire – die Geschichte einer schier aussichtslosen Flucht“ (u.a. bei neobooks.com). Was man so als Kongress-Moderator in einem Grandhotel erlebt.

So beginnt fast jeder meiner Romane mit einer realen Begebenheit oder kristallisiert sich um eine „true story“. Zwei Kisten mit römischen Funden, Knochen, Scherben, Keramik führen zu „Truski“, dem Römermädchen vom Reitstein, weil auch Bayern eine „Ötzin“ braucht. Krebsangst treibt eine Frau von 54 nach einem freudlosen Leben in ein Sanatorium, in dem ich als Organisationsberater tätig bin und bei Tisch ihr gegenüber sitze. Man kommt ins Gespräch … und Jahre später entsteht der Roman „Das herbstrote Blatt“ (bei Shaker-Media, Aachen, Buch und eBook). Natürlich mische ich dann eine gehörige Portion Phantasie darunter. Daran mangelt es mir seit früher Kindheit nicht. Eine Tante warnte meine Eltern früh: „Da müsst Ihr aufpassen, der Werner schwindelt!“ Ich habe von Erlebnissen aus dem Biberschutzgebiet erzählt, wo ich meine Freizeit am liebsten verbracht habe – frühestes Jägerlatein!
In einem klandestinen Workshop in einem Kurhaus beraten Unternehmer, wie sie sich am besten auf die Frauenquote vorbereiten können. „Mein Kommissar“ Lothar Velmond gerät zufällig da hinein und es entsteht der Krimi „Männerquote“. Wer den WORTWERFER kennt, wundert sich nicht, dass alle Krimis unter die Kategorie „crime & fun“ fallen. Es darf auch gelacht werden.

eBooks sind angenehm und überall bequem zu lesen, sparen Papier und Platz, schonen die Wälder. Und die Autoren. Die brauchen sich nicht vor Verlegern in den Staub zu werfen. Was allerdings Qualitäts-Probleme mit sich bringt. Es scheint der ganz große Traum vor allem von Frauen zu sein, endlich ein Buch zu schreiben. Es gibt ohne Zweifel hervorragende Autorinnen, aber die wollten kein Buch schreiben, sondern spannend erzählen, eine Botschaft rüberbringen, stilistisch ohne Tadel, einfühlsam, grausam, authentisch.

Des WORTWERFERS eBooks erscheinen in der Mehrzahl zunächst bei www.neobooks.com und werden dann an den eBook-Handel ausgeliefert. Näheres bei www.ziele-siegert.de oder eMail: drwerner.siegert@web.de.

Dienstag, 18. Februar 2014

Zufälle – gibt’ die?




Es gibt Zufälle, bei denen sagt man sich: So kann es gehen! Glück gehabt – oder die Welt ist klein. Diesmal berichtet der WORTWERFER über eine Kette von Zufällen, die sich am Ende zu einem geradezu sagenhaften Zufall zusammenfügt. Aus dem Irgendwo und Irgendwie ergeben sich völlig unwahrscheinliche Handlungsstränge:

1. Die wunderschöne Stadt Dubrovnik, Weltkulturerbe, wird 1991 von Serben und Montenegrinern mit schwerer Artillerie und Schiffsgeschützen beschossen.
2. Ein Schulfreund von mir ist in Dubrovnik bei einem Deutschlehrer und Fremdenführer in dessen viele Jahrhunderte alten schlossähnlichen Wohnhaus zu Gast und durch den Krieg der Serben gegen die Kroaten und das Bombardement an jeglicher Weiterreise gehindert.
3. Ein Volltreffer lässt das Nachbarhaus bis auf die Grundmauern abbrennen. Im Wohnhaus des Gastgebers wird das Dach beschädigt. Um zu sehen, wie groß die Schäden sind, klettern Gastgeber und Gast mit einer Leiter auf den Dachboden. Dort liegt ein Haufen Schutt, nicht nur als Folge des aktuellen Beschusses, sondern offenbar aus „Jahrhunderten“.
4. Mein Schulfreund stochert in diesem Schutthaufen und findet eine dunkelgrüne, noch dreiviertel gefüllte Flasche mit unserem eingeprägten Familiennamen Siegert und den Initialen J.G.B..
5. Johann Gottlieb Benjamin Ziegert wurde 1796 in Großwalditz bei Loewenberg in Schlesien als Sohn des in zweiter Ehe verheirateten Johann Christoph Ziegert geboren. Er hatte sechs Schwestern und fünf Brüder, sowie aus der ersten Ehe seines Vaters wenige überlebende Geschwister von ursprünglich fünf Söhnen und vier Töchtern.
Sein Vater ließ die Söhne gut unterrichten. Sein 17 Jahre älterer Bruder Johann Christoph und er studierten in Berlin Medizin und wurden auch in diesem Fach promoviert. JGB, wie wir ihn der Kürze halber ab jetzt nennen werden, diente bei den Magdeburger Jägern und im Königlich-Preußischen Haupt-Provincial-Hospital. Später nahm er als Wundarzt am Feldzug gegen Napoleon teil, erlebte die Schlacht bei Waterloo und wurde mit der Kriegsmedaille von 1815 ausgezeichnet. Dann setzte er sein Studium fort, jetzt, nach dem Tode des Vaters, von seinem älteren Bruder finanziert, damals bereits Sanitätsrat in Halberstadt.
Als er von dessen Konto in Berlin 500 Dukaten abhob und 100 wohl für Spielschulden oder ähnliches abzweigte, kam es zum Zerwürfnis zwischen den Brüdern. JGB sollte in Halberstadt Rechenschaft ablegen, zog es aber vor, sich am 1. September 1819 nach Hamburg abzusetzen, wo er in einem Kreis hoher Offiziere verkehrte, darunter Graf Luckner, Graf v. Wackerbart und Baron v. Eben. Durch dessen Vermittlung lernte er den Geschäftsträger der jungen Republik Venezuela Lopez Mendez kennen, der ihn dafür begeistern konnte, als Venezolanischer Regiments-Chirurgus in die Dienste des Freiheitskämpfers Simon Bolivar zu treten.
6. Am 25. Februar 1820 schiffte er sich zusammen mit Baron v. Eben und weiteren Offizieren (u.a. Heinrich v. Lützow) auf einem Segler ein. Über einen Zwischenaufenthalt auf der Insel St. Thomas traf er im August 1820 in Angostura, der damaligen Hauptstadt der Provinz Guyana, ein. General Bolivar ernannte ihn zum Chefarzt des dortigen Militär-Hospitals. Als einziger Arzt in Angostura, dem späteren Ciudad Bolivar, wurde er bald auch Stadt-Physikus und Eigner der Stadt-Apotheke.
7. Es fehlte an Medikamenten, um der Seuchen Herr zu werden. So begann er, selber Mixturen zu entwickeln, von denen eine der uns heute noch bekannte und beliebte Angostura Bitter ist, der in keiner gepflegten Bar fehlen darf. Er schreibt darüber:
"Diesen Bitter präpariere ich hier seit dem Jahre 1824 als eine von mir erfundene Composition ... Die Etiketten auf diesen Flaschen sind in spanischer und englischer Sprache abgefasst ... bemerken möchte ich, daß dieser Bitter mit etwas Madeirawein, Rum, Cognac, Wacholder oder Kornbranntwein getrunken werden muß ... Des Morgens nüchtern oder vor dem Mittagessen genommen ruft dieser Bitter den vortrefflichsten Effekt hervor: Er belebt die Eßlust als auch die Verdauungskräfte, besonders bei hypochondrischen und hysterischen Personen auf eine sehr auffallende Weise. Gegen Blähungen, Magenerkältungen und Diarrhöen leistet er ebenfalls die ausgezeichnetsten Dienste ..."
8. Der „Angostura Bitter“ – nur echt mit dem nunmehr hispanisierten Namenszug „Juan Teofilo Benjamino Siegert“ dient nicht nur als Medizin, sondern erfreut sich bald großer Beliebtheit als unentbehrlicher Magenbitter und Zusatz zu Cocktails aller Art – bis heute. Begehrt war er alsbald auch an Kaiser-, Königs- und Fürstenhöfen sowie bei den Zaren in Petersburg. Briefwechsel dazu liegen bei uns vor.
9. Diese Zaren und ihre Familien verbrachten ihre Sommermonate häufig in Dubrovnik, und zwar in eben jenem „Palais“ mit wunderbaren Seeblick, in dem nun mein Schulfreund im Schutt auf dem Dachboden eine dieser sehr alten, ersten Original-Flaschen „Angostura Bitter“ gefunden hat. Er hat sie uns geschenkt! Tausend Dank!
10. Wenn Dubrovnik nicht beschossen worden wäre, wenn das „Palais“ nicht Schaden genommen hätte, wenn mein Schulfreund nicht mit dem kroatischen Fremdenführer befreundet und bei ihm zu Gast gewesen wäre, wenn er nicht mein Schulfreund gewesen wäre aus der ersten Abiturklasse nach 1945, wenn wir nicht vor der russischen Deportation in den Ural ins Rheinland geflohen und ich in die Klasse meines Freundes gekommen wäre, wenn mein UrUrUrOnkel nicht Geld unterschlagen und nach Angostura (heute Ciudad Bolivar) geflohen wäre und dort als Leibarzt, Armee-Medicus und Stadtapotheker den „Angostura Bitter“ gemixt hätte, wenn der nicht nach Russland an den Zarenhof oder irgendwie sonst ins Palais in Dubrovnik gelangt wäre und sich jemand auf dem Dachboden vielleicht heimlich einen angedudelt hätte, wenn, wenn, wenn … Solche Zufälle – gibt’s die?

„Angostura Bitter“, nur echt mit dem Namenszug Juan Benjamino Teofilo Siegert, gibt es heute noch in jedem qualifizierten Delikatessengeschäft. Wir haben jedoch nichts davon. Er wird nunmehr in Trinidad hergestellt, von Siegerts, die jedoch nicht verwandt sein sollen mit meinen Verwandten. Dort soll es sogar ein Siegert-Denkmal geben. Aber Nachkommen gibt es in aller Welt, auch in Deutschland. Auch in Facebook! verrät der WORTWERFER. Die Flasche ruht sicher im Safe. Nun mixt Euch mal einen Drink!

Sonntag, 2. Februar 2014

Mensch oder Mathe? Power oder PowerPoint?





„Und eine Lust ist’s, wie er alles weckt
und stärkt und neu belebt um sich herum.
Wie jede Kraft sich ausspricht, jede Gabe
gleich deutlicher wird in seiner Nähe!
Jedwedem zieht er seine Kraft hervor,
die eigentümliche, und zieht sie groß.
Lässt jeden ganz das bleiben, was er ist.
Wacht nur darüber, dass er’s immer sei,
am rechten Ort; so weiß er aller Menschen
Vermögen zu dem seinigen zu machen.“

Ein Zitat. Von wem hat es der WORTWERFER entliehen? Das wird erst zum Schluss verraten. Auf den Inhalt kommt es an; denn hier wird wahre Führungskunst beschrieben. Führen von was oder wem? Unternehmensführung erfolgt heute, außer in Familien-Unternehmen, kaum noch nach diesen Maximen, sondern nach mathematisch-statistischen Modellen der elitären Kader-Universitäten weltweit, aus denen die Drohnen der teuren Unternehmensberatungen in alle Welt entschwärmt sind und sich nun die Top-Manager der Konzerne und Banken rekrutieren. Die auf der Basis mathematisch-statistischer BWL-Modelle – dargestellt auf einer Flut von PowerPoint-Folien – die Anzahl der zu entlassenden Mitarbeiter (= Kostenfaktoren) bis in die letzte Stelle berechnen lassen. Über das Netz der Modell-Aufsichtsräte hat sich der Virus der mathematischen Unternehmensführung global verbreitet.

Benedikt Herles hat diesen „Schadensbericht aus unseren Chefetagen“ ebenso brillant wie erschütternd in seinem Buch „DIE KAPUTTE ELITE“ erstellt (Knaus-Verlag, 3. Auflage, München 2013). Er selbst hat diese PowerPoint-Karriere nach Business-Universität, Consultant-Elevenzeit plus Praktika und mathematischer Beratungs-Praxis durchlaufen und durchlitten. Er hat erkannt: Diese sich wechselseitig bestätigenden Führungs- und Beratereliten lassen niemanden verkommen – außer den Menschen in ihren Unternehmen.

Im letzten Kapitel, das Herles mit VISION übertitelt, beschreibt er das Wunschbild einer Unternehmensführung, die sich nicht an der BWL-Mathematik, sondern am Menschen orientiert. Aber das hatten wir doch schon mal? Human Resources Development? Meine Frau stutzte bei der Lektüre: „Das hast du doch den Bossen in hunderten Seminaren und Board-Room-Trainings vermittelt! Das steht doch alles in deinen Büchern und Trainings-Handbüchern!“ Ja – in der Tat! kann der WORTWERFER bestätigen.

Wann kam der Sündenfall? Weg mit dem so wenig berechenbaren Menschen! Es sind doch nur noch Bediener von Maschinen, Reste, die noch nicht von Automaten ersetzt werden können. Wieviele solcher Restposten wir brauchen, sagen uns die Algorithmen unserer Modelle.

Wie kommt es, dass die bedeutendste Wertschöpfung, dass die wichtigsten Innovationen in den Klein- und Mittelbetrieben, in den Familien-Unternehmen stattfinden? „Die Zukunft Ihres Unternehmens steckt in den Köpfen Ihres Unternehmens! Nirgends sonst!“ schrieb ich über eine Trainings-Unterlage. Ich war beileibe nicht allein. Die jährlichen Gallup-Reviews haben bestätigt, wie kümmerlich wenige Mitarbeiter vor allem in Großunternehmen wirklich engagiert arbeiten, wie viele stur nach Vorschrift und wie viele sogar destruktiv nach innen und außen wirken.

Die Rückkehr der Moral, die Gary Hamel in seinem Buch „Worauf es jetzt ankommt“ / Erfolgreich in Zeiten kompromisslosen Wandels, brutalen Wettbewerbs und unaufhaltsamer Innovation“ fordert (Wiley VCH, Weinheim 2012) ist bei den Weltunternehmen nicht angekommen. Dafür sorgt das Netzwerk der kaputten Elite.

Das Zitat stammt von Friedrich Schiller: Max Piccolomini rühmt Wallensteins Führungskunst gegenüber seinem Vater und Questenberg (Wallensteins Lager, 1. Aufzug, 4. Auftritt). Mit „Fack ju Schiller!“ lässt sich das nicht abschütteln, meint der WORTWERFER.

Montag, 27. Januar 2014

Tue das Wichtige vor dem Dringlichen?





Darf man sich verzetteln? NEIN! lautet der Mahnruf der Zeit- und Selbst-Manager, der Erfolgs-Strategen und gefühlten tausend Ratgeber-Bücher. KONZENTRIERE DICH! LASS DICH NICHT ABLENKEN!
Aber gelingt uns das auch? fragt der WORTWERFER. Die Diskussion im Münchner StrategieForum am 23. Januar nahm eine überraschende Wende. Zunächst herrschte Einigkeit: Wer sich verzettelt, wird seine Ziele sehr viel später oder nie erreichen. Ein persisches Sprichwort mahnt: „Wer alles erreichen will, wird als Meister des Nichts enden!“ Wer den geraden Weg zum Ziel einschlägt und sich nicht ablenken lässt, ist erfolgreicher. Dennoch gab fast jeder zu, dass er sich immer mal wieder und auch des Öfteren von dieser geraden Erfolgsspur ablenken lässt.

Ein banaler Grund: Es lockt eine angenehmere, lustvollere Tätigkeit (oder Untätigkeit). Man unterbricht dafür gar zu gern die Arbeit, vor allem dann, wenn sie gerade nicht glatt von der Hand geht. Von allem, was auf dem Schreibtisch liegt, wählt man das, was relativ das leichteste und schnellste Lusterleben verspricht. Mancher beschließt, angesichts einer unangenehmen Aufgabe erst mal seine Schreibtischschublade aufzuräumen. So reagiert nun mal unsere Psyche.

Ein anderer Grund: Es kommt etwas Dringlicheres dazwischen. Unvorhergesehen setzt ein anderer Termine, jemand der noch dazu Macht ausüben und Sanktionen verhängen darf, z.B. das Finanzamt. Da gibt es doch keine Zweifel – oder? Bei einem Davoser Management-Symposium gab man den Teilnehmern ein dunkelblaues Schild mit Golddruck als Souvenir mit auf den Heimweg:
DO THE IMPORTANT BEFORE THE URGENT!
Erledige das Wichtige vor dem Dringlichen! Was für ein doofer Spruch! Das geht doch gar nicht! Oder? Schreiben Sie doch mal spontan auf, was Ihnen wirklich ganz, ganz wichtig ist. Gesundheit, Partnerschaft, Finanzen, ein besonderes Ziel … so in etwa und viel mehr. Könnten Sie auch Termine dahinter notieren? Da treffen wir bei vielen einen Nerv! Das WICHTIGE setzt zumeist keine Termine. So können wir ausgerechnet das Wichtige immer wieder verschieben.
Ich empfehle Ihnen eine kleine Übung, ein Spiel? Sie legen einen Bleistift, Kugelschreiber oder Lineal in 90 Grad zur Schreibtischkante. Dann „verschieben“ Sie ihn diese Dinge kleinen Schüben in Richtung Abgrund. Auf einmal kippt der Stift. Er fällt zu Boden. Wir sprechen von einem KIPP-PHÄNOMEN. Da ist nichts mehr zu retten. Ein Gewässer kippt um. Aber auch Ihre so wichtige Gesundheit kann kippen, wenn Sie stets die Vorsorge-Untersuchung aufschieben. Ihre Partnerschaft kann kippen, wenn Sie gemeinsame Erlebnisse immer wieder verschieben. Ihr Ziel kann obsolet werden. Ein Examen kann vergeigt werden. Sie sind eventuell pleite. Dann ist nichts mehr zu retten.
DAS WICHTIGE SETZT KEINE TERMINE – ABER ES KANN KIPPEN!
Bei allem Ihnen Wichtigen müssen SIE die Termine setzen, und diese Ihre Termine dürfen Sie nicht nachrangig gegenüber den fremden behandeln. So erreichen Sie zumindest, dass das WICHTIGE nicht ständig zurücksteht gegenüber dem DRINGLICHEN. Nur was wichtig und dringlich zugleich ist, hat absoluten Vorrang.

Verzetteln kann aber auch ein Leben bereichern! Wer ständig nur auf einem Gleis unterwegs ist, immer nur auf derselben Strecke, der stellt sich nicht neuen Herausforderungen. Solches Verzetteln ist aber von anderem Kaliber. Sich noch einer anderen Aufgabe zu widmen fordert volles Engagement – und Termine. Es wird WICHTIG. Jeder muss für sich entscheiden, ob er neben seiner Hauptstraße zum Lebenserfolg noch eine weitere ausbauen kann. Meint der WORTWERFER.